Moro-Reflex

Der Moro-Reflex entsteht bereits in der 9. bis 12. Schwangerschaftswoche. Bei der Geburt ist er aktiv und wichtig für die erste Zeit nach Geburt.
Er wird zwischen dem 2. und 4. Lebensmonat wieder gehemmt.
Der Moro-Reflex gehört zur Gruppe der Klammerreflexe.

Ausgelöst werden kann er durch jeden unerwarteten Reiz.
Das kann ein lautes Geräusch (auditiv) sein, ein helles Licht (visuell), eine plötzliche Lageänderung des Kopfes (vestibulär), eine plötzliche Berührung (taktil), usw.
Alles ist hierbei denkbar!

Körperliche Reaktion:

  1. unmittelbare Erregung
  2. schnelles Einatmen, kurzes Erstarren oder Aufschrecken mit einer Aufwärtsbewegung der Arme und Öffnung der Hände, gefolgt von einer Ausatmung (oft begleitet von einem Schrei) mit einer Senkung der Arme
  3. Auslösen der Kampf- oder Flucht-Reaktion: Freisetzung von Stresshormon (Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol), Anstieg der Atemfrequenz, Beschleunigung des Herzschlags, Anstieg des Blutdrucks und Rötung der Haut
  4. Evtl. Gefühlsausbrüche wie Wut oder Tränen

Funktion: vermutlich ermöglicht der Moro-Reflex die Entwicklung des kindlichen Atemmechanismus im Uterus und den ersten Atemzug nach der Geburt. Gemeinsam mit dem ATNR verhindert er den plötzlichen Kindstod.

Wenn der Moro-Reflex nicht gehemmt wurde, können folgende Schwierigkeiten auftreten:

  • Gleichgewichtsprobleme (Reiseübelkeit, schlechte Balance und Koordination z.B. beim Ballspielen)
  • körperliche Furchtsamkeit
  • übermäßige Ängstlichkeit
  • Sehstörungen (schlechte Nahsicht)
  • visuelle Probleme (Figur-Grund-Wahrnehmung, Lichtempfindlichkeit)
  • auditive Probleme (Figur-Grund-Wahrnehmung, Diskriminierung)
  • sensorische Überempfindlichkeit
  • Allergien und Immunschwächen
  • ungünstige Reaktionen auf Medikamente
  • schlechtes Durchhaltevermögen, mangelnde Ausdauer, Ablenkbarkeit, Konzentration auf das Wesentliche schwierig
  • Abneigung gegen Veränderungen oder Überraschungen
  • schlechte Anpassungsfähigkeit
  • Kritikunfähigkeit
  • Abstützreaktionen verlangsamt (Kind fällt dann auf den Kopf)

Quelle: “Greifen und BeGreifen” – Sally Goddard Blythe

Ein Gedanke zu „Moro-Reflex“

  1. Guten Morgen liebe Lisa, ich bin heute auf deine tolle Seite gestoßen. Dafür ein großes Kompliment. Ich bin selber Erzieherin im u3 Bereich und natürlich hochgradig interessiert. Heutzutage haben Kinder viel mehr Probleme sich zurecht zu finden. Deine evtl Syndromprognosen helfen gerade sehr in der Erkennung und Nennung mancher „Probleme“. Aber ich frage mich wie die einzelnen Reflexe Nicht deaktiviert werden? Wird es von den Personen der Umwelt unterdrückt oder vom Kind? Sprich, ist es angeboren? Oder von den Eltern gemacht? Und wie verhindert man diese Unterdrückung oder machen das die Kinder von sich aus? Sorry das ich das jetzt frage. Momentan wünsche ichsüchtige ein Buch von dir. Mit Reflex – wie kann man als Eltern unterstützen – und dann später mit Übungen helfen. Schön sortiert und gleich zur Hand! Liebe Grüße aus Hamburg und einen schönen Advent (mach bitte weiter so!!!) ich folge treu auf Instagram

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